Anagramm-Wettbewerb

Der Förderverein Sibylla Schwarz ruft zum 1. Greifswalder Anagramm-Wettbewerb auf!

Zu Ehren der im Alter von 17 Jahren verstorbenen Greifswalder Dichterin Sibylla Schwarz (1621-1638) sind Kinder und Jugendliche bis zum 17. Lebensjahr (Kategorie „U17“) und alle Gedichtbegeisterten ab 17 Jahre (Kategorie „17+“) aufgefordert zu zeigen, wie Greifswalder ticken und dichten!

Schreibt ein Anagrammgedicht auf diese Strophe von Sibylla Schwarz:

DIe Lieb ist blind / und gleichwohl kan sie sehen /
hat ein Gesicht / und ist doch stahrenblind /
sie nennt sich groß / und ist ein kleines Kind /
ist wohl zu Fuß / und kan dannoch nicht gehen.

Schickt uns eure Gedichte an folgende Adresse:
Förderverein Sibylla Schwarz
Markt 20/21
17489 Greifswald
oder per Email an
info@sibylla-schwarz.de

Die besten Einsendungen erhalten wertvolle Preise!

1. Preis – iPad 2
2. Preis – Büchergutschein Hugendubel
3. Preis – Sibylla Schwarz Roman

Was ist ein Anagramm?

Anagramm nannten die Griechen die alte Kunst, die Buchstaben eines Namens oder eines Verses so zu „versetzen“, daß ein anderer Name oder Text daraus entsteht. Probiert es mit Autonamen. Aus „Opel“ kann man „Pole“ machen, Volkswagen? Wog Sklaven. Angela Merkel ergibt „Karamel-Engel“ usw.

Als die Gedichte der 17jährigen Greifswalder Dichterin Sibylla Schwarz gedruckt werden sollten, wollte sie nicht, dass dies unter ihrem richtigen Namen geschah. Also suchte man (vielleicht sie selber) ein Anagramm. Aus „Gedichte von Sibyllen Schwartzerin von Greifswalden“ wurde „Gedichte von Sibylla Wachsesternin von Wildesfragen“. („Wachsesternin“ hieß so etwas wie „shooting star“, ein aufgehender Stern). Beim Namen bleiben paar Buchstaben übrig (rz), bei „Greifswalden“ ergibt sich genau „Wildesfragen“. Manchmal ist ein bißchen Mogeln erlaubt! Früher schrieb man auch häufig Glückwunschgedichte zu Geburtstagen oder Hochzeiten. Dabei nutzte man gern den Namen des Betreffenden. Sibylla Schwarz schrieb mit 15 oder 16 Jahren ein Gedicht zur Hochzeit einer adligen Dame namens „Elisabeth von Stetten“. Sie schüttelte die Buchstaben solange, bis sie daraus die Worte „Ohe, las(s)t uns ins Bette“ formte. Darüber wurde auf der Hochzeitsfeier sehr gelacht!

Eine große Anagrammkünstlerin im 20. Jahrhundert war Unica Zürn. Sie schrieb einmal ein Anagrammgedicht über die Zeile „Ich weiß nicht, wie man die Liebe macht“. Heraus kam ein schönes und zartes Liebesgedicht, nicht ohne eine Beimischung von Bitterkeit.

»ich weiß nicht, wie man die liebe macht«
wie ich weiß, »macht« man die liebe nicht.
sie weint bei einem wachslicht im dach.
ach, sie waechst im lichten, im winde bei
nacht. sie wacht im weichen bilde, im eis
des niemals, im bitten: wache, wie ich. ich
weiss, wie ich macht man die liebe nicht.«

Es gibt verschiedene Techniken beim Buchstabenschütteln. Unica Zürn machte alles mit der Hand und strich die Buchstaben durch, die sie schon benutzt hatte. Je weniger übrig sind, umso schwieriger wird es. In diesem Gedicht über die Liebe benutzt sie eine andere Variante des Vertauschens, indem in 3 Zeilen die gleichen Wörter in anderer Reihenfolge benutzt werden:

»ich weiß nicht, wie man die liebe macht«
wie ich weiß, »macht« man die liebe nicht.
(ich) weiss, wie ich macht man die liebe nicht.

Das kann man also auch machen. Oder man schreibt ein Gedicht, in dem nur Wörter vorkommen, die sich aus den Buchstaben des Ausgangstexts zusammensetzen, die beliebig oft wiederholt werden.

Und jetzt auf die Dichtkunst, fertig, los! Wir wünschen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Spass und Erfolg und freuen uns auf viele Einsendungen!

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